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Einsatz Nr. 143

Foto: WZ - Wolfgang Westerholz

Online Artikel der Westdeutschen Zeitung vom 08.10.2007

WUPPERTAL AKTUELL

Wohnungsbrand in Elberfeld: Der „Holländer“ als Lebensretter

Wie der frühere Platzwart des SC Sonnborn beim Brand in einer Wohnung zum Helden des Alltags wurde.

Wuppertal. Diesen Samstag wird Holger Remde wahrscheinlich sein Leben lang nicht mehr vergessen. Als der Mann in den Vierzigern, den im Stadtteil alle nur als den „Holländer“ kennen, am frühen Mittag im Schwelmer Krug etwas für seinen Sparklub erledigen und sich danach auf den Weg zur Apotheke nebenan machte, ahnte er noch nicht, dass er kurze Zeit später zwei Menschenleben retten sollte.
Remde erkannte sofort den Ernst der Lage, als er auf die Sonnborner Straße trat und aufsteigenden Rauch aus der Dachgeschosswohnung des dreistöckigen Altbaus gegenüber bemerkte. Remke handelte, ohne zu zögern.

Ein Mann und dessen Tochter über eine Leiter befreit
Der Zufall stand ihm dabei Pate: In der Menschentraube, die sich auf der Straße gebildet hatte, entdeckte Remke, der drei Jahre als Platzwart die Geschicke auf dem angrenzenden Sportplatz des SC Sonnborn gelenkt hatte, seinen Nachfolger Martin Rutten.
„Ich wusste, wo auf dem Vereinsgelände eine sechs Meter lange Leiter steht. Da habe ich zu ihm gesagt, er solle sofort die Tür aufschließen, sonst trete ich sie sein.“ Rutten reagierte, und mit der Leiter kehrte der „Holländer“ nur kurz später zum Haus zurück. Dort befreite einen 38-Jährigen und dessen 2-jährige Tochter durch das Fenster in etwa sechs Metern Höhe aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss.

Einige Bewohner hatten sich kurz zuvor – gerade noch rechtzeitig – durch das Treppenhaus retten können. „Als ich ankam, war der Flur schon völlig verraucht, da konnte niemand mehr durch“, berichtet Remde. Die Feuerwehr sei erst etwa acht Minuten später gekommen. „Das wäre für die beiden wohl zu spät gewesen“.
Die Feuerwehr rückte mit sechs Löschzügen an, befreite über die Drehleiter einen weiteren Mann aus einer höher gelegenen Wohnung. Bis zum frühen Abend dauerte der Einsatz in Sonnborn, die Straße blieb während dieser Zeit gesperrt. Der gerade erst wieder gestartete Schwebebahnverkehr musste eine unfreiwillige, stundenlange Pause einlegen.
Glück im Unglück: Ernsthaft verletzt wurde bei dem Feuer keiner der Hausbewohner. Auch die herrenlose, vom Löschwasser klitschnasse schwarze Katze, die von den Rettern eingefangen wurde, hat sich im Tierheim von den Strapazen erholt. Andre Touet, Pfleger beim Tierschutzverein, hatte am Sonnatgnachmittag schon die gute Nachricht parat: „Der Besitzer hat sich gemeldet. Er wird das Tier in Kürze abholen“.
Insgesamt sechs Personen mussten allerdings mit Verdacht auf Rauchvergiftung zur Behandlung ins Krankenhaus. Alltagsheld Holger Remde versorgte sich lieber selbst. „Ich habe ein paar Bier getrunken. Dann ging es mir wieder etwas besser.“

Brandursache
Ermittlung Warum ein Sessel in der Dachgeschosswohnung an der Sonnborner Straße Feuer gefangen hat, war am Sonntagnachmittag noch völlig unklar. Brandsachverständige ermitteln nun in den ausgebrannten Räumen.
Hergang Im Haus standen wohl einige Türen offen, das vermutet die Feuerwehr. So konnte sich das Feuer im Dachstuhl sehr schnell im Gebäude ausdehnen. Den Schaden schätzt die Polizei auf mehrere tausend Euro.
08.10.2007
Von Axel vom Schemm

POL-W: W-Sechs Verletzte nach Brand in Wuppertal
Wuppertal (ots) - Aus noch ungeklärter Ursache kam es am Samstag, gegen 12.30 Uhr, im Dachgeschoss eines dreistöckigen Altbaus in der Sonnborner Straße in Wuppertal-Elberfeld, zu einem Brand. Aus dem in voller Ausdehnung brennenden Gebäudeteil konnte der 44-jährige Platzwart eines an das Haus angrenzenden Sportplatzes über eine von außen angelegte Leiter einen 38-jährigen Bewohner mit seiner 2-jährigen Tochter vor den Flammen retten. Insgesamt erlitten sechs Hausbewohner leichte Rauchvergiftungen und kamen ins Krankenhaus. Ein Nachbarhaus wurde vorsorglich evakuiert. Der in unmittelbarer Nähe vorbeiführende Schwebebahnverkehr musste für etliche Stunden gesperrt werden. Insgesamt gab es Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro.

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