Einsatz Nr. 124
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Online-Zeitungsbericht der Westdeutschen Zeitung vom 05.12.2005
Lüntenbeck: Große Vielfalt, kleiner Brand
Der Lüntenbecker Weihnachtsmarkt erlebte am Wochenende den gewohnt großen Ansturm trotz Dauerregens und Feuerwehreinsatz am Sonntag.
Wuppertal. Der Lüntenbecker Weihnachtsmarkt fing am Samstag so schön an, doch der Sonntag stand eher unter einem schlechten Stern: Erst der Dauerregen, dann auch das noch: Gegen 13.15 Uhr am Sonntag fing das Fett in einer großen Reibekuchenpfanne Feuer und setzte den gesamten Stand in Brand.
Die Feuerwehr rückte aus, sperrte den Weihnachtsmarkt kurzfristig für neue Besucher, musste aber nicht löschen: Das hatten die Mitarbeiter des Standes schon schon mit Feuerlöschern erledigt. Nach einer Viertelstunde konnte das Treiben im Schlosshof ungehindert weitergehen.
Ansonsten hat das Spektakel im Schlosshof auch in seiner 30. Auflage nichts von seinem Charme eingebüßt. Erneut bot sich den Besuchern eine besondere Vielfalt: nicht Produkte aus Massenfertigung, sondern Unikate aus Holz, Metall, Wolle, Glas, Leder, Schiefer oder Papier und vielen anderen Werkstoffen, die samt und sondern aus Handarbeit stammen.
Begleitet von klassischer Musik bummelten die Massen wie gewohnt durch die Budengasse, in denen rund 120 Händler und gemeinnützige Organisationen ihre Waren, Speisen und Getränke anboten. Und obwohl die Schneehügel dank Sonnenschein und Temperaturen über dem Gefrierpunkt still vor sich hinschmolzen, es aber dennoch kühl genug war, um sich guten Gewissens einen Glühwein zu gönnen, brauchten sich weder der Lions-Club "Bergischer Löwe" noch "amnesty international" über mangelndes Interesse an den vielfältigsten Punschund Glühwein-Variationen zu beklagen.
Vietnamesische Spezialitäten, Pfannkuchen, Kräuter-Fladen, Bulle Bäuskes oder knuspriger Schweine-Rollbraten waren nur einige der kulinarischen Köstlichkeiten, mit denen man sich für den Rundgang stärken konnte.
Zum Beispiel zu den unumstrittenen Stars des 30. Lüntenbecker Weihnachtsmarktes: Drei Alpacas, die auf wärmendem Holz-Häcksel stehend die allgemeine Bewunderung zu genießen schienen und ihre Bewunderer ausgesprochen liebenswürdig anschauten. Die Befürchtung, von einer "Spuck-Attacke" der Andenbewohner traktiert zu werden, zerstreute Beatrix Näsemann, die im Stand daneben die seidenweichen, wärmenden Kleidungsstücke aus der "Alpaca-Wolle" anbot.
"Die spucken nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder untereinander Streit haben." Exotisches bot auch Sina, die weihnachtlichen Bauchtanz im Freistil versprach und hielt.
Wer sich auf besonders originelle Art im Gedächtnis seiner Lieben verankern will, ließ einen Scherenschnitt von sich anfertigen. Wie immer gibt das Organisations-Team mit Jenny Dinnebier, Christine Nordmann und Bernd Twardon auch den Anbietern von Alternativem Gelegenheit, sich zu präsentieren. Und so konnte man "Edelsteinkugeln für die Wellness-Massage" ebenso erstehen wie Literatur über die "Botschaft des Wassers".
Aus dem Rahmen fiel auch das Salz aus dem Himalaya oder das Yoga-Institut, das eine Magnetfeldmatte als "Energie-Tankstelle" und Wissenswertes über die "Herz-Intelligenz" offerierte.
Zur guten Tradition gehört auch das Kinderprogramm mit Lesen und Musizieren, Geschichten und Spielen, mit Märchen und Stockbrot.
All das gibt es noch einmal in der Vorweihnachtszeit: Der Lüntenbecker Weihnachtsmarkt hat am kommenden Wochenende, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
05.12.05
Von Friedemann Bräuer


